Titelthema: Breisach unter Beschuss – 1945
Ausgangspunkt ist das eindrucksvolle Titelbild: eine Aufnahme des U.S. Army Signal Corps, die Breisach im Februar 1945 im Feuer der „Rhineland Campaign“ zeigt. Ein umfangreicher Beitrag zeichnet nach, wie das Foto in der New York Times erschien, welche Rolle Breisach im Kampf um den Rhein spielte und welche Verwüstungen Stadt und Münster erlitten. Ergänzt wird dies durch einen historischen Überblick über das St.-Stephansmünster 1945 – von den Bombardierungen über die Rettung bedeutender Kunstwerke (Schongauer-Gemälde, Hochaltar, Reliquienschrein) bis hin zu den ersten Schritten des Wiederaufbaus. Im Mittelpunkt steht dabei Stadtpfarrer und Dekan Hugo Höfler, dessen Tagebuch und Predigt zum Stadtpatrozinium 1945 bewegende Zeugnisse einer leidgeprüften, aber hoffnungsvollen Gemeinde sind.
Neue Gesichter in St. Stephan
Gegenwart und Zukunft rücken mit der Vorstellung von Pfarrer Lukas Wehrle (Leiter der neuen Pfarrei St. Alban) und Kooperator Dr. Bruno Hünerfeld in den Blick. Ein Interview mit Hünerfeld sowie ein Bericht über den Einführungs-Gottesdienst im Oktober 2025 zeigen, wie sich die Seelsorge im Rahmen der diözesanen „Kirchenentwicklung 2030“ neu aufstellt – und welche besondere Rolle das Breisacher Münster als geistlicher Schwerpunktort behält. Die gewachsene ökumenische Zusammenarbeit mit der evangelischen Martin-Bucer-Gemeinde wird dabei ausdrücklich hervorgehoben.
Licht, Raum und Sakrale Kunst – ein Blick nach vorn
Ein weiterer Schwerpunkt ist das geplante Licht-, Raum- und Führungskonzept für das Münster. Vorgestellt werden die Ideen zur neuen Beleuchtung, zur freieren Raumordnung im Mittelschiff und zu einem digitalen wie analogen Guide-System, das Besucherinnen und Besuchern die theologische Gesamtkomposition von Schongauers „Jüngstem Gericht“ bis zum Hochaltar neu erschließen soll. Das Konzept versteht das Münster als „Kirchort“ im pastoralen Raum – als Ort, an dem Liturgie, Kunst und Spiritualität in zeitgemäßer Form miteinander verbunden werden.
Geschichte, Erinnerung und aktuelle Projekte
Stadtarchivar i.R. Uwe Fahrer führt die Serie über die Grabdenkmäler im Münster fort und schlägt den Bogen von der Stadtgeschichte zu den Zeugnissen an Wänden und Böden der Kirche. Beiträge über das Stadtpatrozinium, die Heiligen Gervasius und Protasius, den Blumenteppich, die Täuferbewegung vor 500 Jahren sowie die Deportation der badischen Juden („Die sieben Züge“) verknüpfen lokale Erinnerungskultur mit europäischen Themen.
Berichte über Einbruchsversuche am Münster, die behutsame Restaurierung von Lettner und Sakramentshaus, den Gedenktag des Steinmetz- und Bildhauerhandwerks sowie aktuelle Förderzusagen für anstehende Maßnahmen zeigen, wie viel Engagement heute nötig ist, um das Bau- und Kunstdenkmal zu erhalten. Ein eigener Beitrag würdigt den Münsterbauverein Breisach e.V. als unverzichtbare Stütze dieses Einsatzes.
Musik und Abschied
Ein Ausblick auf die Hornkonzerte 2025/26 knüpft an eine inzwischen fest etablierte Konzertreihe zugunsten des Münsters an. Den persönlichen Schlusspunkt setzt ein Artikel zum Abschied von Pfarrer Werner Bauer, der für sein langjähriges Wirken mit der Verdienstmedaille der Stadt Breisach geehrt wurde, sowie sein eigenes Schlusswort an die Gemeinde.
Die 48-seitige Adventsausgabe 2025 von „unser Münster“ bietet damit eine dichte Mischung aus Zeitgeschichte, spiritueller Vertiefung, Bau- und Kunstfragen sowie aktuellen Einblicken in das kirchliche Leben in Breisach – ein Heft für alle, die sich dem Münster, der Stadt und ihrer Geschichte verbunden fühlen.