Die Leidensgeschichte aus der Sicht von Maria aus Magdala
02.04.2026 |
Diese österliche Hoffnung wünsche ich euch allen! Bernhard Bauer, Präses
Da jubeln sie! Aber nicht mehr lange, glaubt mir. Ich bin Maria und ich habe alles miterlebt. Ich komme aus Magdala, das ist eine kleine Stadt in Israel. Und ehrlich: mir ging es früher gar nicht gut.
Ich konnte mich früher gar nicht freuen und war immer nur traurig. Und ich hatte auch keine Freunde. Wer will schon mit jemandem zusammen sein, der immer traurig ist. Die bekloppte Maria, so haben die Leute mich genannt, und das hat mich noch trauriger gemacht. Aber dann, ja dann ist Jesus in unser Dorf gekommen. Alle wollten mit ihm zusammen sein, aber er, er hat mit mir gesprochen und dann konnte ich plötzlich wieder fröhlich sein und lachen. Jesus hat mein ganzes Leben verändert. Und dann bin ich halt mit ihm mitgegangen. In Magdala hatte ich ja sowieso keine Freunde und keine guten Erinnerungen.
Ihr könnt es euch nicht vorstellen: Jesus ist durch Dörfer und Städte gegangen und hat den Leuten von Gott erzählt, dass er für alle da ist, sogar, für die kleinen und armen Leute. Und er hat Leute gesund gemacht. Alle haben Jesus geliebt. Ich auch, ich war fast ein bisschen verliebt in ihn.
Ja, aber einigen hat das nicht gefallen, sie wollten Jesus umbringen und haben es auch geschafft. Alles hat an diesem Tag angefangen, als Jesus nach Jerusalem gekommen ist. Die Leute haben gelacht und gejubelt und gedacht „jetzt wird alles gut. Jesus wird uns von den Römern befreien.“ Aber das hatte Jesus gar nicht vor. Er ist eben ein ganz anderer König.
Er hat mit uns das Pessachfest gefeiert und uns Brot und Wein als Zeichen gegeben, sie verwandelt in seinen Leib und sein Blut. Das war ein ganz besonderer, ein unvergesslicher Moment.
Und dann, dann haben sie ihn verhaftet. Da haben die Leute, die da jetzt jubeln, etwas ganz anderes gerufen: „Ans Kreuz mit ihm!“ haben sie gerufen, immer wieder. Bis Pilatus Jesus verurteilt hat. Sie haben ihn gefoltert, verurteilt und hingerichtet. Das war der schlimmste Tag in meinem Leben; als Jesus gestorben ist. Ich kann´s euch gar nicht sagen. Ich war soo unglücklich. Wir haben Jesus dann begraben in einem Felsengrab. So machte man das bei uns. Ich dachte: jetzt ist alles aus.
Unbekannt
…. Jetzt ist alles aus!
Wir kennen wohl alle diese Worte. Situationen in unserem Leben – Niedergeschlagenheit, Hoffnungslosigkeit …
Wie unsagbar traurig muss Maria aus Magdala gewesen sein.
Auch der Blick ins leere Grab gibt noch keine Hoffnung – eben ein Blick ins Leere.
Von Johannes hören wir: „Er sah und glaubte!“
Als Angehöriger des jüdischen Volkes wusste er um die Heilstaten Gottes an seinem Volk, er kannte die Prophezeiungen der Propheten, und er wusste um die Ankündigungen Jesu. All das hat ihn hoffen lassen. Österlicher Glaube bedeutet, so denke ich, nichts anderes als in der Hoffnung auf die Erfüllung des Evangeliums zu leben.
Diese österliche Hoffnung wünsche ich euch allen!
Bernhard Bauer, Präses
